KPrim ist ein Fragetyp mit meist vier Aussagen, die Lernende jeweils einzeln als richtig oder falsch bewerten.
Neu in ONYX: Mit dem Fragetyp Kprim prüfen Sie nicht, ob jemand eine Antwort erkennt, sondern ob die einzelnen Aussagen fachlich korrekt eingeordnet werden. Lernende bewerten mehrere Aussagen, meist vier, jeweils als richtig oder falsch. Das bringt Ihnen pro Aufgabe mehr diagnostische Tiefe, weil Sie sehen, welche Teilaspekte sitzen und wo Unsicherheit entsteht. Gleichzeitig sinkt der Effekt von Raten, denn es reicht nicht, eine Option „halbwegs passend“ zu wählen. Jede Entscheidung muss stimmen.
Kurzdefinition Kprim: Eine Kprim-Aufgabe besteht aus typischerweise vier Aussagen. Jede Aussage wird einzeln als richtig oder falsch bewertet. Die Punktevergabe folgt der Kprim-Regel: volle Punkte bei 0 Fehlern, halbe Punkte bei 1 Fehler, 0 Punkte bei 2 oder mehr Fehlern.
In diesem Beitrag bekommen Sie als Prüfer oder Autor eine verständliche Anleitung: Einsatzfälle, Bewertung nach Kprim-Regel und Erstellung von Kprim-Fragen in ONYX.

Kprim-Fragen in der ONYX Prüfungsplattform
In ONYX setzen Sie Kprim als Reihe von Aussagen (Quellelemente) um, die Lernende jeweils einzeln bewerten. Pro Aussage gibt es genau zwei feste Auswahlmöglichkeiten: richtig oder falsch. So prüfen Sie nicht eine „beste“ Antwort, sondern die fachliche Einordnung mehrerer Aussagen.
Typischer Aufbau einer Kprim-Aufgabe in ONYX:
- Eine Frage oder kurze Vignette (Kontext)
- Aussagen als Quellelemente (meist vier, Anzahl anpassbar)
- Pro Aussage zwei Antwortmöglichkeiten: richtig / falsch
(Die Spalten bleiben fix, die Beschriftung können Sie anpassen, z. B. „Trifft zu“ / „Trifft nicht zu“.)
Sie prüfen damit nicht „Wiedererkennen“, sondern Verstehen: Jede Aussage muss einzeln fachlich korrekt als richtig oder falsch eingeordnet werden.

Wann ist der Aufgabentyp Kprim besonders geeignet?
Kprim ist dann stark, wenn Sie mehr als reines Wiedererkennen prüfen wollen. Typische Einsatzfälle:
- Wenn mehrere Aussagen unabhängig voneinander bewertet werden müssen
Sie wollen nicht „eine richtige Lösung“, sondern mehrere fachliche Aussagen einzeln abprüfen. - Wenn Fehlerfreiheit entscheidend ist
In sicherheitskritischen Kontexten zählt oft jedes Detail. Ein falscher Schritt kann gravierende Folgen haben.
Beispiele:- Medizin: Arzneimittelwechselwirkungen, Kontraindikationen, Notfallabläufe
Ein übersehenes Detail kann zu Fehlmedikation, Komplikationen oder verzögerter Behandlung führen. - Technik: Pre-Flight-Checks, Netzwerksicherheit, Prüfprotokolle
Ein falscher oder ausgelassener Prüfschritt kann Sicherheitslücken, Systemausfälle oder Folgeschäden verursachen. - Industrie / Arbeitssicherheit: Lockout-Tagout-Prozesse, Maschinenfreigaben, PSA-Regeln, Gefahrstoffkennzeichnung (z. B. GHS)
Hier kann ein falsches Detail zu Unfällen, Anlagenstillstand oder rechtlichen Konsequenzen führen. - Qualitätsmanagement: Abweichungsmanagement (CAPA), Prüfmittelüberwachung, Audit-Checklisten, Freigabekriterien
Kleine Regelverstöße oder falsch verstandene Kriterien wirken sich direkt auf Produktqualität und Audit-Ergebnisse aus. - IT-Betrieb / Incident Response: Rechtevergabe (Least Privilege), Patch- und Change-Prozesse, Backup- und Restore-Regeln, Umgang mit Security Alerts
Ein falsch verstandener Schritt kann Systeme kompromittieren, Datenverlust verursachen oder Ausfallzeiten verlängern.
- Medizin: Arzneimittelwechselwirkungen, Kontraindikationen, Notfallabläufe
- Wenn Sie Rateglück minimieren wollen
Vier Einzelentscheidungen machen „Durchklicken“ deutlich unattraktiver als bei klassischen Single-Choice-Formaten. - Wenn Sie diagnostische Tiefe pro Aufgabe brauchen
Kprim liefert Ihnen nicht nur „richtig/falsch“ für eine Frage, sondern zeigt, welche Aussagen verstanden wurden und wo Unsicherheit sitzt. - Wenn Sie Kompetenz statt Wiedererkennung prüfen wollen
Gerade bei fortgeschrittenen Lernzielen ist das oft der entscheidende Unterschied.
Kprim Bewertung in ONYX: Das Prinzip in Kürze
In ONYX folgt die Bewertung der Kprim-Regel und vergibt je nach Abweichungen zur korrekten Lösung volle, halbe oder keine Punktzahl. Details zur Bewertungsdarstellung finden Sie in der ONYX-Hilfe.
Kprim in ONYX nutzen: Kurz zur Umsetzung
Für Kprim erfassen Sie die Aussagen im Tab „Frage/Antwort“, prüfen die feste Logik im Tab „Bewertung“ und steuern optional die Anzeige (z. B. Zufallsanordnung) im Tab „Optionen“. Die vollständige Beschreibung zur Erstellung in ONYX finden Sie in der Hilfe.
Best Practices: So schreiben Sie gute Kprim-Fragen
Kprim steht und fällt mit der Qualität der Aussagen. Hier sind die Regeln, die in der Praxis den größten Unterschied machen.
Aussagen müssen einzeln bewertbar sein
Jede Aussage sollte für sich stimmen oder nicht stimmen, ohne dass die Lösung aus den anderen Aussagen „herausfällt“.
Schlecht:
- Aussage B ist nur dann bewertbar, wenn Aussage A stimmt.
- Zwei Aussagen schließen sich logisch aus und verraten damit die Lösung.
Besser:
- Jede Aussage ist unabhängig und fachlich klar prüfbar.
Vermeiden Sie Nebelwörter und unnötige Härte
Formulierungen wie „oft“, „meist“, „in der Regel“ sind nicht per se falsch, aber sie brauchen einen klaren Rahmen. Wenn Lernende erst raten müssen, was „meist“ bedeutet, prüfen Sie am Ende Sprachgefühl statt Fachkompetenz.
Vermeiden Sie außerdem:
- doppelte Verneinungen
- unklare Referenzen („diese“, „jene“, „das“) ohne Bezug
- Aussagen, die mehrdeutig interpretierbar sind
Bauen Sie Trennschärfe über Inhalte, nicht über Tricks
Kprim soll herausfordern, aber nicht über Stolperstellen. Gute Trennschärfe entsteht, wenn Aussagen fachlich nah beieinanderliegen, aber klar unterscheidbar sind.
Beispielgedanke:
- zwei Aussagen sind korrekt, zwei nicht
- die falschen Aussagen sind plausibel, aber fachlich eindeutig widerlegbar
Nutzen Sie Kprim für „Fehlerkritik“ und Detailgenauigkeit
Wenn ein falsches Detail reale Konsequenzen hätte, passt Kprim besonders gut. Das Format zwingt Lernende, jede Aussage sauber zu prüfen.
Machen Sie einen kurzen Qualitätscheck
Ein Review durch eine zweite Person verhindert viele typische Probleme:
- unabsichtlich doppeldeutige Aussagen
- Fehler in der Lösungsvorgabe
- unfaire Aussagekombinationen (z. B. alle vier richtig)
Kprim vs. andere Fragetypen: Wann Sie besser anders prüfen
Kprim ist stark, aber nicht immer die beste Wahl.
Nutzen Sie Kprim, wenn:
- Sie differenziertes Verständnis prüfen wollen
- mehrere Aussagen unabhängig bewertet werden sollen
- Diagnose wichtig ist und Fehlerfreiheit zählt
Nutzen Sie eher andere Fragetypen, wenn:
- es um reine Faktenabfrage auf Einsteigerlevel geht (Single Choice reicht oft)
- Sie Begründungen und Argumentationen sehen wollen (Freitext, Upload, mündlich)
- Sie Prozessschritte prüfen wollen (Reihenfolge, Zuordnung)
Wenn Sie weitere Aufgabentypen vergleichen möchten, finden Sie hier die Übersicht: Fragetypen in ONYX.
Fazit
Der Fragetyp Kprim ist ideal, wenn Teilwissen nicht ausreicht und Sie echtes Verständnis prüfen wollen. Sie erhalten mehr diagnostische Tiefe pro Aufgabe, reduzieren Rateglück und können Inhalte abbilden, bei denen Detailgenauigkeit zählt. In ONYX ist die Umsetzung klar geführt: Aussagen anlegen, Lösung markieren, Kprim-Bewertung nutzen, optional die zufällige Anordnung der Aussagen aktiv lassen.
FAQ: Kprim-Fragen in der Praxis
In der Praxis tauchen rund um Kprim oft sehr ähnliche Detailfragen auf, vor allem zur Bewertung und zur Umsetzung in ONYX. Die folgenden Antworten geben Ihnen schnelle Klarheit, damit Sie Kprim-Fragen sicher planen und erstellen.
Kprim ist ein Fragetyp mit mehreren Aussagen, typischerweise vier. Jede Aussage wird einzeln als richtig oder falsch bewertet.
Die Systemschritte und Optionen sind in der ONYX-Hilfe beschrieben: Zur Hilfe gehen
In der Praxis sind es meistens vier. In ONYX können Sie die Anzahl der Aussagen anpassen, wenn Ihre Aufgabenstellung das erfordert.
Nach der Kprim-Regel: volle Punkte bei komplett korrekt, halbe Punkte bei genau einem Fehler, keine Punkte bei zwei oder mehr Fehlern.
Weil Lernende nicht eine Option treffen müssen, sondern mehrere Einzelentscheidungen. Das macht reines „Glück“ deutlich unwahrscheinlicher und fördert sauberes Abwägen.
Kprim ist keine Auswahl aus mehreren Antwortoptionen, sondern eine Bewertung mehrerer Aussagen als richtig oder falsch. Das prüft Verständnis oft genauer, weil jede Aussage einzeln beurteilt werden muss.
Ja, die zwei Spalten bleiben zwar fest, aber Sie können die Labels an Ihren Kontext anpassen, z. B. „Trifft zu“ / „Trifft nicht zu“.
Ja, die Option „Zufällige Anordnung“ ist standardmäßig aktiv. Sie mischt die Aussagen, die Antwortspalten bleiben an ihrer Position.
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